Vaidio unterstützt jetzt SIA DC-09 zur direkten Alarmübertragung an Leitstellen
Kamerasysteme erzeugen jeden Tag enorme Mengen an Videomaterial. Traditionelle Video AI Analytics hilft dabei, darin automatisch Personen, Fahrzeuge, Objekte und bestimmte Ereignisse zu erkennen. Ein System kann beispielsweise melden, dass jemand einen gesperrten Bereich betritt, dass ein Fahrzeug entgegen der Fahrtrichtung fährt oder dass ein Objekt zurückgelassen wurde.
Das liefert wertvolle Informationen. Dennoch handelt es sich häufig um einzelne Detektionen, die ein Operator selbst kombinieren und interpretieren muss.
Video Language Models, auch Vision Language Models genannt, fügen dem eine neue Ebene hinzu. Sie können nicht nur erkennen, was im Bild zu sehen ist, sondern auch Zusammenhänge zwischen Objekten, Bewegungen und Ereignissen herstellen. Anschließend können sie diese Informationen in normaler Sprache beschreiben. Möchten Sie mehr darüber erfahren, was Video Language Models genau sind? Lesen Sie dazu unseren ausführlichen Artikel zu diesem Thema.
Dadurch verschiebt sich die Videoanalyse von der Frage „Was wurde erkannt?“ hin zu „Was passiert hier eigentlich genau?“
Traditionelle Video AI Analytics wird in der Regel für klar umschriebene Aufgaben entwickelt. Ein Modell wird beispielsweise trainiert, um Personen, Autos, Taschen, Rauch, Feuer oder Waffen zu erkennen.
Daran lassen sich anschließend Regeln koppeln, wie etwa:
Diese spezialisierten Modelle sind besonders gut für die kontinuierliche Überwachung geeignet. Sie können eine große Anzahl von Kamerastreams analysieren und schnell reagieren, wenn eine vordefinierte Situation eintritt.
Die Einschränkung besteht darin, dass die verschiedenen Detektionen oft separat dargestellt werden. Eine Kamera kann beispielsweise feststellen, dass eine Person und eine Tasche vorhanden sind. Kurze Zeit später wird erkannt, dass die Person den Bereich verlässt.
Der Operator muss anschließend selbst beurteilen, ob diese Beobachtungen zusammenhängen.
Ein Video Language Model analysiert nicht nur einzelne Objekte oder Videobilder. Es betrachtet auch die Reihenfolge, in der Ereignisse stattfinden.
Dabei werden verschiedene Formen künstlicher Intelligenz kombiniert:
Angenommen, eine Kamera registriert die folgenden einzelnen Ereignisse:
Traditionelle Videoanalyse kann diese Elemente einzeln erkennen. Ein Video Language Model kann daraus eine zusammenhängende Beschreibung erstellen:
Eine Person stellt eine Tasche neben einem Pfeiler ab und verlässt den Bereich anschließend, ohne die Tasche mitzunehmen.
Diese Beschreibung gibt dem Operator schneller einen Einblick in das, was möglicherweise geschehen ist.
Das bedeutet nicht, dass ein VLM eine Situation auf dieselbe Weise versteht wie ein Mensch. Das Modell hat kein Bewusstsein und kennt die Absicht der beteiligten Person nicht. Es erkennt Muster und Zusammenhänge im Bild und übersetzt diese in eine wahrscheinliche Beschreibung.
Eine wichtige Veränderung besteht darin, dass Nutzer nicht mehr ausschließlich auf vorkonfigurierte Filter und Detektionsregeln angewiesen sind.
Bei der traditionellen Videosuche wählt ein Operator beispielsweise aus:
Das ist bereits viel schneller, als Kamerabilder manuell durchzusehen. Trotzdem muss der Nutzer genau wissen, welche Merkmale verfügbar sind und welche Filter angewendet werden müssen.
Mit einem Video Language Model lässt sich eine Suchanfrage letztendlich viel natürlicher formulieren. Zum Beispiel:
Der Nutzer beschreibt die Situation, nach der er sucht. Das System versucht anschließend, diese Beschreibung mit relevantem Videomaterial zu verknüpfen.
Dadurch wird fortschrittliche Videoanalyse für Operatoren zugänglicher, die kein technisches Wissen über KI-Modelle, Metadaten oder Suchfilter haben.
Video Language Models werden spezialisierte Video AI Analytics wahrscheinlich nicht vollständig ersetzen.
Spezifische Erkennungsmodelle bleiben wertvoll für Situationen, in denen Geschwindigkeit, Konsistenz und Skalierbarkeit wichtig sind. Man denke etwa an Echtzeit-Perimeterüberwachung, Kennzeichenerkennung, Personenzählung oder die Erkennung von Rauch und Feuer.
Ein spezialisiertes Modell wurde entwickelt, um eine bestimmte Aufgabe möglichst effizient auszuführen.
VLMs sind besonders interessant, wenn:
Die naheliegendste Entwicklung ist daher eine Kombination beider Techniken.
Traditionelle Analytics erkennen und klassifizieren Objekte und Ereignisse. Ein Video Language Model hilft anschließend dabei, diese Informationen zu verknüpfen, zu beschreiben und durchsuchbar zu machen.
Man könnte sagen, dass traditionelle Video AI die Augen bildet, während ein VLM Sprache und Kontext hinzufügt.
Die Möglichkeiten sind groß, aber Video Language Models haben auch Einschränkungen.
Ein VLM kann eine Situation falsch oder unvollständig beschreiben. Bei wichtigen Vorfällen muss der Operator daher immer das Originalmaterial überprüfen. Eine KI-Beschreibung ist ein Hilfsmittel, keine endgültige Feststellung.
Ein System kann erkennen, dass jemand eine Tasche abstellt und weggeht. Es kann nicht mit Sicherheit bestimmen, warum jemand das tut.
Der Unterschied zwischen einer harmlosen Situation und einem Sicherheitsrisiko erfordert oft eine menschliche Beurteilung.
Schlechte Beleuchtung, geringe Auflösung, ein ungünstiger Kamerawinkel oder eine teilweise Verdeckung des Bildes beeinflussen die Qualität der Analyse.
Auch fortschrittliche KI kann nicht zuverlässig interpretieren, was nicht ausreichend sichtbar ist.
Organisationen müssen klar festlegen:
Der Einsatz eines VLM ändert nichts an der Verantwortung der Organisation, sorgfältig mit Kamerabildern und personenbezogenen Daten umzugehen.
Innerhalb der Vaidio-Plattform können Video Language Models mit bestehenden Video AI Analytics kombiniert werden. Dadurch entsteht ein hybrider Ansatz. Spezialisierte Analytics können kontinuierlich Personen, Fahrzeuge, Objekte und Ereignisse erkennen. Ein VLM kann anschließend helfen, komplexere Situationen zu beschreiben oder Bildmaterial in natürlicher Sprache zu durchsuchen.
Organisationen können dadurch unter anderem:
Ein wichtiger Ausgangspunkt ist, dass hierfür nicht automatisch ein vollständig neues Kamerasystem erforderlich ist. Die Intelligenz kann zu einer bestehenden Videoumgebung hinzugefügt werden, abhängig von den vorhandenen Kameras, der Infrastruktur und den Integrationen.
Die Herausforderung der modernen Kameraüberwachung liegt nicht in einem Mangel an verfügbarem Bildmaterial. Das Problem ist vielmehr, dass Organisationen mehr Videodaten sammeln, als Menschen manuell sichten und beurteilen können. Traditionelle Video AI Analytics brachte hier bereits eine wichtige Veränderung. Kameras konnten nicht nur aufnehmen, sondern auch automatisch Personen, Objekte und Ereignisse melden.
Video Language Models gehen einen Schritt weiter. Sie verknüpfen einzelne Beobachtungen mit Zeit, Kontext und Sprache. Dadurch wird es möglich, Kamerabilder auf natürlichere Weise zu durchsuchen und schneller zu verstehen, welche Ereignisse Aufmerksamkeit erfordern.
Die Kamera selbst verändert sich vielleicht nicht. Die Art und Weise, wie Organisationen Informationen aus Kamerabildern gewinnen, verändert sich jedoch grundlegend. Video entwickelt sich zunehmend von einer passiven Aufzeichnung zu einer aktiven Informationsquelle und Entscheidungsunterstützung.